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Trockene, kalkreiche Sandrasen

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Trockene, kalkreiche Sandrasen

Trockene, kalkreiche Sandrasen sind oft lückige trockene naturnahe Rasengesellschaften auf mehr oder minder kalkhaltigen Sanden mit subkontinentalem Verbreitungsschwerpunkt.

Die  Sandböden sind eiszeitlich oder durch Wind oder Wasser entstanden bzw. verlagert worden. Typische Pflanzenart ist das Blaugrüne Schillergras (Koeleria glauca). Daneben kommen in dem Lebensraumtyp eine große Zahl seltener und sehr seltener Pflanzenarten sowie eine große Vielfalt an Flechtenarten vor. Zu nennen wären an seltenen höheren Pflanzen Kegel-Leimkraut und Ohrlöffel-Leimkraut (Silene conica und S. otites), Silberscharte (Jurinea cyanoides, Anhgang II-Art), Purpur-Sommerwurz und Sand-Sommerwurz (Orobanche coerulescens und O. arenaria), Dünen-Steinkraut (Alyssum mointaum ssp. gmelinii), Sand-Radmelde (Bassia laniflora), Sand-Lotwurz (Onosma arenaria, nur auf dem Mainzer Sand), Ebensträußiges Gipskraut (Gypsophila fastigiata) oder Nadelröschen (Fumana procumbens).

An Sandtrockenrasen ist auch eine große Vielfalt an Tierarten angepasst (außer Landschnecken i.d.R. nicht beschränkt auf kalkreiche). Darunter sind viele Arten, die offene vegetationsfreie Bereiche brauchen, da diese sich bei Sonneneinstrahlung stark erwärmen. Typische Arten sind eine enorm große Zahl an bodenbewohnenden Hymenopteren, darunter auch viele sehr seltene Arten wie etwa die Kreiselwespe (Bembix rostrata), der Bienenwolf (Philanthus triangulum) und viele Grabwesepenarten (Sphecidae). Auch Wildbienen aus der Gruppe der Seidenbienen (Colletes spp.), Hosenbienen (Dasypoda spp.) und Sandbienen (Andrena spp.) bauen gerne in die Böden de Sandmagerrasen. Zahlreich ist auch die Laufkäfer- und die Heuschreckenfauna, besonders auffällig hier die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), die hier große Populationen aufbauen kann.

Verbreitung

Verbreitung

Trockene, kalkreiche Sandrasen haben ihren Verbreitungsschwerpunkt in Nordostdeutschland und dort v. a. im Odertal sowie in Mittel- und Ostbrandenburg. Darüber hinaus gibt es Vorkommen z. B. in den Sandgebieten am Rhein umd Darmstadt/Griesheim (z.B. NSG "Griesheimer Düne"), im Mainzer Becken (z.B. NSG "Mainzer Sand", Foto) und in Mainfranken (z.B. "Astheimer Sande"). Die Vorkommen stellen im Rhein-Maintal, also im Periglazial, eiszeitliche Dünen- und Terassensandflächen mit z.T. sehr hohen Kalkgehalten (alpiner Ursprung) dar, in Brandenburg v.a. glaziale Sandvorkommen wie Sander und sandige End- und Seitenmoränenablagerungen.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de/0316_bericht2013.html (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)


Gefährdung

Hauptgefährdungen für diesen Lebensraumtyp sind Sandabbau, Verbrachung und Verbuschung, Aufforstung (v. a. mit Kiefer), intensive Freizeitnutzung, Bebauung, Nährstoffeintrag und das Einwandern gebietsfremder Pflanzenarten.

Zum Erhalt des Lebensraumtyps ist eine extensive Nutzung oder Pflege erforderlich, am günstigsten durch Beweidung, da dies der ehemaligen traditionellen Nutzung am nächsten kommt, damit die Flächen nicht verbrachen und verbuschen. Diese sollte insbesondere auch bei Vorkommen auf militärischen Übungsplätzen nach Einstellung des Übungsbetriebes gewährleistet werden, da dort z. T. Vorkommen in guter Ausbildung erhalten geblieben sind.

Tagfalter in diesem Lebensraum

Typische Arten

Gemeiner Bläuling
(Polyommatus icarus)

Einer der häufigsten Bläulinge in Deutschland

Goldene Acht, Kleegelbling
(Colias hyale)

Ein Tagfalter mit einer Zahl auf dem Hinterflügel

Himmelblauer Bläuling
(Polyommatus bellargus)

Ein kleiner Tagfalter mit himmelblauen Flügeloberseiten

Idas-Bläuling
(Plebeius idas)

Seltener Bläuling in Begleitung von Ameisen

Karstweißling
(Pieris mannii)

Ein Zuwanderer unter den Weißlingen mit Hauptverbreitung im Mittelmeergebiet.

Kleiner Perlmutterfalter
(Issoria lathonia)

Ein wanderfreudiger Perlmutterfalter, der auch in extensiven Agrarlandschaften sein Zuhause hat

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling
(Aricia agestis)

Wärmeliebende Bläulingsart in schlichten Farben

Kleines Ochsenauge
(Hyponephele lycaon)

Der kleine Verwandte des häufigen Großen Ochsenauges

Kurzschwänziger Bläuling
(Cupido argiades)

Einer kleiner Bläuling mit großer Ausbreitungsfreude

Reseda-Weißling
(Pontia edusa)

Ein wanderfreudiger Neuankömmling unter den heimischen Weißlingen

Rostbraunes Wiesenvögelchen
(Coenonympha glycerion)

Ein kleiner Falter mit unterbrochener Binde auf den Hinterflügeln

Schwalbenschwanz
(Papilio machaon)

Einer der größten und schönsten Tagfalter Deutschlands

Silbergrüner Bläuling
(Polyommatus coridon)

Einer unserer größten und schönsten Bläulingsarten

Wegerich-Scheckenfalter
(Melitaea cinxia)

Ein orangebrauner Scheckenfalter mit Vorliebe für magere Lebensräume

Wundklee-Bläuling
(Polyommatus dorylas)

Ein seltener Bläuling auf Magerrasen, der Wundklee mag



Weitere Arten

Baumweißling
(Aporia crataegi)

Der seltene Weißling unter Deutschlands Tagfaltern

Berghexe
(Chazara briseis)

Die Hexe unter unseren Tagfaltern

Braunkolbiger Dickkopffalter
(Thymelicus sylvestris)

Ein dickköpfiger Tagfalter mit braunen Fühlerspitzen

Distelfalter
(Vanessa cardui)

Der Wanderfalter unter Alpenüberquerer unter unseren Tagfaltern

Flockenblumen-Scheckenfalter
(Melitaea phoebe)

Wärmeliebender Scheckenfalter auf trockenen Wiesen in Süddeutschland

Goldener-Scheckenfalter
(Euphydryas aurinia)

Ein Falter auf mageren Standorten und empfindlicher Bioindikator

Großer Kohlweißling
(Pieris brassicae)

Ein großer weißer Schmetterling mit Vorliebe für Kohlpflanzen

Großes Ochsenauge
(Maniola jurtina)

Ein häufiger Falter mit Augenfleck auf Wiesen und Säumen

Grüner Zipfelfalter
(Callophrys rubi)

Ein schimmernder Smaragd unter unseren Tagfaltern

Kleiner Feuerfalter
(Lycaena phlaeas)

Der kleinste und häufigste Feuerfalter in unserer Fauna

Kleiner Fuchs
(Aglais urticae)

4Ein Fuchs unter unteren heimischen Tagfaltern

Kleiner Kohlweißling
(Pieris rapae)

Ein mittelgroßer Weißling mit Vorliebe für Kohlarten

Kleines Wiesenvögelchen
(Coenonympha pamphilus)

Einer unserer häufigsten Falter in Graslebensräumen - das Kleine Wiesenvögelchen

Komma-Dickkopffalter
(Hesperia comma)

5Der Dickkopffalter mit einem Satzzeichen auf dem Flügel

Malven-Dickkopffalter
(Carcharodus alceae)

Ein wärmeliebender und unscheinbarer Dickkopffalter

Mattscheckiger Dickkopffalter
(Thymelicus acteon)

Kleiner oranger Dickkopffalter auf blütenreichen Wiesen

Mauerfuchs
(Lasiommata megera)

Ein Fuchs, der sich gerne auf Felsen und Mauern sonnt

Quendel-Ameisenbläuling
(Maculinea arion)

Ein seltener und großer Bläuling mit ungewöhnlichem Lebenszyklus

Rapsweißling
(Pieris napi)

Der häufigste Weißling unter Deutschlands Tagfaltern

Reals Schmalflügel-Weißling
(Leptidea reali)

Unscheinbarer Weißling mit sehr ähnlichem Verwandten

Rotbraunes Ochsenauge
(Pyronia tithonus)

Eine wärmeliebende Art unter unseren drei Ochsenaugen

Roter-Scheckenfalter
(Melitaea didyma)

Ein seltener und farbenprächtiger Tagfalter

Rotklee-Bläuling
(Polyommatus semiargus)

Ein häufiger Bläuling auf rotem Klee

Schachbrett
(Melanargia galathea)

Ein weiß-schwarzer Tagfalter, der seinen Namen von einem Brettspiel hat

Schwarzkolbiger Braundickkopffalter
(Thymelicus lineola)

Ein orangfarbener Dickkopffalter mit schwarzen Fühlerkolben

Senfweisling
(Leptidea sinapis)

Ein kleiner Weißling mit ähnlicher Schwesterart in Deutschland

Silberfleck-Perlmutterfalter
(Boloria euphrosyne)

Veilchenfreund in dere Nähe von Wäldern und an Waldrändern

Weißdolch-Bläuling
(Polyommatus damon)

Ein seltener Bläuling mit auffälligem Strich auf den Hinterflügeln

Zahnflügel-Bläuling
(Polyommatus daphnis)

Ein Bläuling der Zähne zeigt

Zwerg-Bläuling
(Cupido minimus)

2Der Zwerg unter den heimischen Tagfaltern


Amphibien & Reptilien in diesem Lebensraum

Säugetiere in diesem Lebensraum

Heuschrecken in diesem Lebensraum

Wanzen in diesem Lebensraum

Typische Arten

(Phytocoris varipes)

Weichwanzenart mit kräftigen Hinterschenkeln

(Rhopalus parumpunctatus)

Glasfühlerwanze an sonnigen Standorten

Gemeine Getreidewanze
(Eurygaster maura)

Häufige Wanze mit langem Rückenschild

Getreidewanze
(Aelia acuminata)

Häufige Wanze mit Streifenmuster

Grasweichwanze
(Notostira elongata)

Häufige Weichwanze in grasigen Lebensräumen

Knappe
(Spilostethus saxatilis)

Rote Bodenwanzenart aus südlichen Regionen

Krummfühlerwanze
(Alydus calcaratus)

Einziger Vertreter seiner Wanzenfamilie in Deutschland

Luzernen-Zierwanze
(Adelphocoris lineolatus)

Häufige langgestreckte Weichwanze auf Leguminosen

Nördliche Fruchtwanze
(Carpocoris fuscispinus)

Kanntige Wanze auf Blüten

Rote Mordwanze
(Rhynocoris iracundus)

Große, rot-schwarze Wanze an sonnigen und warmen Standorten

Winzige Blumenwanze
(Orius minutus)

Winziger Nützling auf Blüten



Weitere Arten

(Carpocoris pudicus)

Eine südliche Baumwanzenart mit ähnlicher Schwesterart

(Stenotus binotatus)

Gelblich-grüne Weichwanzenart an Süßgräsern

(Stictopleurus abutilon)

Glasflügelwanze an offenen, warmen Standorten

(Holcostethus strictus)

Baumwanze mit markanten Fühlern

(Orthops kalmii)

Kleine bunte Weichwanze auf Doldenblüten

Gemeine Wiesenwanze
(Lygus pratensis)

Häufige Wanzenart in vielen warmen Lebensräumen

Purpur-Fruchtwanze
(Carpocoris purpureipennis)

Bräunlich rotbraun gefärbte Wanze auf Doldenblüten

Streifenwanze
(Graphosoma lineatum)

Hemische Wanzenart mit unverwechselbarer rot-schwarzer Färbung

Zimtwanze
(Corizus hyoscyami)

Auffällige rot-schwarze Wanze mit Zimtgeruch


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Kenndaten

Name Trockene, kalkreiche Sandrasen
Natura 2000 6120*
Häufigkeit selten

Höhenverbreitung


Online: http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/grasland/trockene-kalkreiche-sandrasen/
Datum: 21.11.2017
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