Kein Treffer
Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata)

© Alle Rechte vorbehalten. Interesse an dem Foto?

Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata)

Die Gefleckten Schnarrschrecken erreichen eine Länge von 26 bis 31 Millimetern (Männchen) bzw. 29 bis 39 Millimetern (Weibchen) und zählen damit zu den größten und auch eindrucksvollsten Feldheuschrecken Mitteleuropas.

Sie haben ein unauffälliges Erscheinungsbild und eine graue, braune, schwärzliche oder grünliche Grundfarbe. Die Vorderflügel weisen zwei deutliche helle Flecken auf, die zum Teil auch zu angedeuteten Binden erweitert sind.

Die Hinterflügel sind vor allem bei den Männchen fächerförmig verbreitert. Sie sind auf der Hälfte des Ansatzes rosa bis rötlich, der übrige Teil und auch das vordere erste Fächerglied sind braun gefärbt. Jede zweite Längsader ist kräftiger ausgeprägt und zudem deutlich in den entsprechenden Farben erkennbar. Der Halsschild ist gerunzelt und trägt einen schwachen, doppelt unterbrochenen Kiel. Die Schienen (Tibiae) der Hinterbeine sind gelb gefärbt.

Trotz der Größe der Tiere, sind Gefleckte Schnarrschrecken außerordentlich gut getarnt und im Gelände meist nur zu entdecken, wenn sie kurz vor den Füßen auffliegen.

Verbreitung

Verbreitung Bryodemella tuberculata

Die Gefleckte Schnarrschrecke kam ursprünglich noch in spärliche bewachsenen Heidegebieten Norddeutschlands vor. Dort ist sie mittlerweile aber ausgestorben, so dass die letzten Vorkommen noch auf den leicht bewachsenen Schotterterrassen von Flüssen und Bächen im Alpenvorland zu finden sind.

© Verbreitungskarte. Deutsche Gesellschaft für Orthopterologie e.V. (DGfO)


Ökologie

Die Gefleckte Schnarrschrecke ist eine typische Steppenbewohnerin, welche auf wärmebegünstigten Offenland mit spärlicher Pflanzendecke lebt. Diese Lebensräume finden sich in Deutschland kaum noch.

An einigen naturnahen Flüssen der Nordalpen (z.B. Isar, Lech) bilden sich durch natürliche, extreme Hochwasserereignisse immer wieder einmal Schotterterrassen aus, die frisch aufgeschottert erst im Laufe der Zeit langsam zuwachsen. Diese unregelmäßig überfluteten "Ersatzlebensräume" weisen ähnliche Bedingungen wie Steppengebiete auf und sind die letzten Refugien dieser Art in Deutschland.

Die Art ernährt sich von Pflanzenmaterial. Insbesondere die Männchen können hervorragend fliegen und legen dabei bis zu 50 Meter zurück. Die Weibchen fliegen kürzer. Beide Geschlechter erzeugen im Flug einen schnarrenden Ton, der sich deutlich sanfter als bei der Rotflügligen Schnarrschrecke (Psophus stridulus) anhört. Der Flug kann aber auch ohne diesen Ton stattfinden. Während der Balz sitzt das Weibchen am Boden während es vom Männchen schnarrend umflogen wird.

Gefährdung

Die Gefleckte Schnarrschrecke ist vom Aussterben bedroht. Deshalb kommt dem Schutz der letzten Habitate dieser Art an nordalpinen Flüssen eine besondere Bedeutung zu.

Insbesondere natürliche Hochwasserereignisse mit unbeeinflusster Geschiebefracht sind dort wichtig, damit in unregelmäßigen Abständen neue Lebensräume (Schotterterrassen) geschaffen werden. Ohne diese Ereignisse wachsen die Schotterterrassen langsam zu und gehen damit als Lebensraum für diese Art verloren.

Besonderheiten

Die Männchen der Gefleckten Schnarrschrecke starten in der zweiten Tageshälfte und bei warmer Witterung gelegentlich zu "Erkundungsflügen". Dabei steigen sie hoch über die Schotterterrassen auf und fliegen ohne Probleme 50 bis 100m, teilweise wieder nahe zum Startpunkt zurückkehrend. Dabei wird ein charakteristisches Schnarrgeräusch abgegeben. Diese Flüge sind sehr beeindruckend und im Zusammenhang mit Besiedlungsstrategien bzw. dem Auffinden von Weibchen zu sehen.

Lebensraum

In Deutschland zur Zeit nur auf Schotterterrassen dealpiner Flüsse, die jedoch nicht jährlich überflutet werden, sondern bereits eine geringe, sehr lückige Pflanzendecke aufweisen. Desweiteren kann die Art auf Schotterfächern von kleinen Bächen nachgewiesen werden, welche eine ähnliche Dynamik aufweisen.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

Die Texte dieses Artikels basieren in Teilen auf dem Wikipedia-Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos dieser Webseite sind darin nicht eingeschlossen und unterliegen dem vollen Urheberrecht!

()

Schnellzugriff

Kenndaten

Ordnung Orthoptera
Familie Acrididae
Art Gefleckte Schnarrschrecke
Wiss. Bryodemella tuberculata
Autor (Fabricius, 1775)
Rote Liste D 1
Häufigkeit sehr selten
Länge 3.1 - 3.9 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

Download Artenliste

Heuschrecken in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/heuschrecken/gefleckte-schnarrschrecke/
Datum: 23.08.2017
© 2017 Deutschlands Natur. Alle Rechte vorbehalten.