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Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum)

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Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum)

Mit einer Flügelspannweite von fünf bis sechs Zentimetern und einer Körperlänge von vier Zentimetern gehört die Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) zu den mittelgroßen Libellen. Sie ist aufgrund der gelb-bräunlichen Basalflecken auf den Hinterflügeln leicht von anderen Arten zu unterscheiden. Eine Verwechslung ist dabei lediglich mit der Frühen Heidelibelle (S. fonscolombii) möglich, bei der vergleichbare Basalflecken ebenfalls zu finden sind, die dort allerdings deutlich kleiner sind. Außerdem verblasst bei älteren Weibchen der Gefleckten Heidelibelle mit dem Alter gelegentlich die Färbung. Ein weiteres Merkmal ist in dem Fall das rotbraune Flügelmal (Pterostigma), welches bei der Frühen Heidelibelle hellbraun mit einer schwarzen Umrandung ist. Eine eindeutige Unterscheidung ist auf jeden Fall durch eine Untersuchung der Genitalmorphologie möglich.

Die Farbe des Hinterleibes bei der Gefleckten Heidelibelle ändert sich in Abhängigkeit von der Temperatur und ist beim Männchen bei kühler Umgebung eher bräunlich, bei höheren Temperaturen dagegen leuchtend rot. Der Hinterleib des Weibchens ist gelb bis graubraun. Auf dem achten und neunten Segment des Hinterleibs beider Geschlechter befinden sich schwarze Mittelstreifen.

Verbreitung

Die Gefleckte Heidelibelle kann überall in Deutschland bis auf eine Höhe von rd. 1000 Metern über dem Meeresspiegel nachgewiesen werden, ist aber nicht häufig.

Ökologie

Die Flugzeit der Gefleckten Heidelibelle dauert von Mitte Mai bis Anfang Oktober, wobei sie in höheren Lagen etwas später erscheinen als in Tieflagen. Dabei erfolgt die Emergenz, also die Umwandlung der Larven zu Imagines und das damit verbundene Verlassen des Wassers, im Normalfall nicht synchron. In manchen Jahren kommt es allerdings zu regionalen Massenauftreten der Tiere, bei denen innerhalb weniger Tage Tausende Individuen der Art schlüpfen. Diese Massenauftreten sind abhängig vom Auftreten von Hochwasser im Frühsommer sowie in den Vorjahren, in denen bereits relativ viele Libellen vorhanden waren. Besonders im Hochsommer halten sich die Tiere in den Vormittagsstunden am Gewässer auf und verlassen diese gegen Mittag, um in der Umgebung zu jagen.

Die frischgeschlüpften Libellen verbringen nach dem Verlassen der Larvenhülle (Exuvie) die meiste Zeit in unmittelbarer Nähe der Entwicklungsgewässer, meistens in der Vegetation von benachbarten Brach- und Sumpfwiesen. Die Jagdgebiete können dagegen in etwas größerer Entfernung vom Gewässer liegen. Die Tiere bevorzugen für die Jagd sonnige und windgeschützte Plätze, vor allem Wiesen und auch Getreidefelder. Als Ruheplätze dienen sonnenexponierte Pflanzenstängel, wo sie sich auch zu größeren Ansammlungen zusammenfinden können. In einigen Gebieten und besonders in Jahren mit Massenvermehrungen neigt diese Art zu Aggregationen, bei denen sich eine große Anzahl der Tiere an einem Ort sammelt und gemeinsam ruht oder sich sonnt. Es handelt sich dabei um noch nicht geschlechtsreife Junglibellen. Nach einigen Tagen lösen sich diese Ansammlungen mit Beginn der Geschlechtsreife auf.

Wie andere Libellen nutzen die Gefleckten Heidelibellen die morgendliche Sonnenbestrahlung zur Aufwärmung ihrer Flugmuskulatur. Diesen Prozess können sie durch Vibrieren mit den Flügeln verkürzen. Zur Partnersuche überfliegen die Männchen vor allem die trocken gefallenen Bereiche der Verlandungszone der Gewässer, seltener überfliegen sie die Ränder der offenen Wasserfläche. Die Paarung wird am Gewässer eingeleitet und danach in der benachbarten Vegetation fortgesetzt, wobei sich die Paare in etwa 20 Zentimetern Höhe in der Vegetation absetzen. Die eigentliche Begattung dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Nach der Paarung und der Auflösung des Paarungsrads bilden die Tiere die für Heidelibellen typischen Paarungstandems, bei denen die Männchen die Weibchen mit den Cerci hinter dem Kopf ergreifen und beide Tiere gemeinsam fliegen.

Die Eier, die keine Gallerthülle besitzen, werden im Tandemflug über trockenem und leicht bewachsenem Grund, der hin und wieder überschwemmt wird, oder über Feuchtwiesen abgeworfen. Nur sehr selten erfolgt die Eiablage über Flachwasserbereichen. Die Larven schlüpfen erst aus den Eiern, wenn diese im Wasser liegen; auf trockenem Boden können die Eier wahrscheinlich zwei Winter überleben. Dabei kommt es bei Eiern, die bis Anfang August abgelegt werden, bei Wasserkontakt noch im selben Jahr zum Schlupf der Larven, während später gelegte Eier grundsätzlich überwintern. Die Entwicklung vom Larvenschlupf bis zur Emergenz dauert im Normalfall acht bis zehn Wochen, sie kann bei optimalen Bedingungen allerdings auch sehr viel schneller erfolgen und nach vier Wochen beendet sein. Während der Entwicklung kommt es zu acht bis elf Häutungen. Nach Abschluss ihrer Entwicklung verlassen die Larven meist von Juni bis August das Gewässer zur Emergenz. Die Larvenhäute (Exuvien) findet man im Uferbereich des Gewässers, häufig an Halmen von Seggen (z.B. Zweizeilige Segge, Carex disticha), der Gewöhnlichen Sumpfbinse (Eleocharis palustris) und des Wiesen-Fuchsschwanzes (Alopecurus pratensis).

Gefährdung

Während die Gefleckte Heidelibelle früher häufig war, ist sie heute aufgrund der zunehmenden Vernichtung ihrer Biotope seltener anzutreffen. Der Rückgang der Biotope ist vor allem auf die zunehmende Entwässerung von Überschwemmungswiesen sowie auf die Bebauung oder intensive landwirtschaftliche Nutzung dieser Flächen zurückzuführen. In einigen Gebieten ist allerdings auch die stetige Grundwasserabsenkung der Ausschlag für ein vollständiges Trockenfallen ihrer Lebensräume.

Trotz der relativen Unempfindlichkeit der Larven gegenüber der Gewässereutrophierung kann auch die zunehmende Einleitung von Nährstoffen durch intensive landwirtschaftliche Nutzung im Nahbereich der Gewässer oder die Einleitung von Abwässern eine Ursache für den Rückgang der Libellen an diesen Gewässern darstellen. Durch diese Veränderung kommt es zu einer Verdrängung der Seggen durch Großröhrichtarten, etwa durch das Schilfrohr (Phragmites australis) oder den Rohrkolben (Typha sp.). Gewässer mit hohen Deckungsgraden dieser Pflanzen werden von den Tieren nicht mehr genutzt, da es keine sonnenexponierten Flachwasserbereiche mehr gibt.

Als Schutzmaßnahmen sind vor allem der Erhalt der Wasserdynamik der Entwicklungsgewässer mit regelmäßigen Überflutungen nötig. Dies kann nur erreicht werden, wenn auf Eingriffe in den Wasserhaushalt der Umgebung, die zu einer Absenkung des Wasserstandes führen können, verzichtet wird. Großröhrichte sollten durch Mahd zurückgedrängt werden, außerdem sollte ein erhöhter Eintrag von Nährstoffen verhindert werden.

Lebensraum

Der Lebensraum der Gefleckten Heidelibelle kann sehr vielfältig gestaltet sein. Sie ist häufig im Bereich von kleineren Stillgewässern zu finden, die mit Seggen bewachsen sind. Dabei handelt es sich vor allem um Seggensümpfe mit nur geringen Anteilen offener Wasserflächen und einem hohen Deckungsgrad der Seggen. Auch verlandete Uferbereiche von flachen Teichen, Pioniergewässer und Feuchtwiesen sind beliebt. Die Gebiete können inmitten von Brachflächen oder landwirtschaftlich genutzten Gebieten liegen. Sie sind nur sehr selten von Wäldern oder Gebüsch umstanden, aber fast ausnahmslos sonnenexponiert.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

Die Texte dieses Artikels basieren in Teilen auf dem Wikipedia-Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos dieser Webseite sind darin nicht eingeschlossen und unterliegen dem vollen Urheberrecht!

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Kenndaten

Ordnung Odonata
Familie Libellulidae
Art Gefleckte Heidelibelle
Wiss. Sympetrum flaveolum
Autor (Linnaeus, 1758)
Häufigkeit selten
Länge 3.4 - 3.8 cm
Spannweite 5 - 6 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

Download Artenliste

Libellen in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/libellen/gefleckte-heidelibelle/
Datum: 24.05.2017
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