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Marmorgrundel (Proterorhinus semilunaris)

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Marmorgrundel (Proterorhinus semilunaris)

Die Marmorgrundel ist unsere kleinste Grundel und wird ca. 9 cm lang. Wie alle Grundeln hat sie eine Saugscheibe am Bauch, welche durch die zusammengewachsene Bauchflossen entstanden ist. Der Kopf ist vergleichsweise groß, die Mundöffnung klein und endständig. Ein markantes Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Grundelarten, welche in unseren Gewässern vorkommen, sind die ca. 1,5 mm langen Nasenröhren, welche das Maul überragen - auch auf dem Foto erkennbar.

Wie der Name schon sagt ist die Färbung dieser Grundelart marmoriert. Der Farbton kann dabei zwischen oliv-bräunlichen und gräulichen Tönen variieren. Zur Laichzeit dunkelt das Männchen deutlich ab.

Die Art ist nicht identisch mit der im Deutschen namensgleich geführten Marmorgrundel (P. marmoratus), welche nur im Salzwasser vorkommt und von dieser Art durch genetische Untersuchungen als eigenständige Art abgegrenzt wird.

Verbreitung

Die Marmorgrundel ist ursprünglich im Einzugsgebiet des Schwarzen Meeres heimisch. Sie ist in den 1970er Jahren in Deutschland über die Donau eingewandert. Seit 1999 wird sie auch im Rheinsystem nachgewiesen.

Ökologie

Die Marmorgrundel lebt in Stillgewässern und langsam fließenden Gewässern. Sie bevorzugt steinigen oder stark bewachsenen Untergrund und ist dämmerungsaktiv.

Mit 1-2 Jahren laichen Marmorgrundeln das erste mal, in den Monaten April bis August. Die kleinen Eiortionen werden an Steinen oder anderen festen Gegenständen angeklebt und vom Männchen anschließend bewacht. Die Jungfische halten sich ebenso wie die erwachsenen Tiere auf dem Untergrund auf, wo sie vorwiegend Wirbellose Tiere fressen. Selbst dienen sie als Beute für andere Fischarten, wie Aal, Zander oder Kessler-Grundel.

Marmorgrundeln werden nicht sehr alt, meistens sterben sie nach 1-2 Fortpflanzungsjahren.

Gefährdung

Die Marmorgrundel ist eine sich ausbreitende Fischart und nicht gefährdet.

Besonderheiten

Ähnlich wie die Kessler-Grundel, gehört die Marmorgrundel zu den Fischarten, welche sich - ursprünglich nicht heimisch - aktuell in vielen Gewässersystemen ausbreiten. Sie ist ein Beispiel für die negativen Auswirkungen von Eingriffen des Menschen, konkret der Verbindung von ursprünglich getrennten Gewässersystemen durch künstliche Wasserstraßen. Der Bau des Rhein-Main-Donaukanals hat sehr wahrscheinlich verursacht, dass die Marmorgrundel sich in das Rheinssystem ausbreiten konnte.

Glücklicherweise beobachtet man aber zur Zeit noch noch keine negativen Auswirkungen auf unsere heimischen Fischarten.

Lebensraum

Stillgewässer und langsam fließene Gewässer

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Kenndaten

Ordnung Gobiiformes
Familie Gobiidae
Art Marmorgrundel
Wiss. Proterorhinus semilunaris
Autor (Heckel, 1837)
Rote Liste D -
Häufigkeit mittel
Länge bis 9 cm
Fauna gebietsfremd

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

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Süßwasserfische in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/suesswasserfische/marmorgrundel/
Datum: 20.07.2017
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