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Gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum)

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Gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum)

Bei der Gebänderten Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum) handelt es sich um eine relativ kleine Vertreterin der Heidelibellen (Sympetrum) mit einer Körperlänge von rund drei Zentimetern und einer Flügelspannweite von 4,5 bis 5,5 Zentimetern.

Beide Geschlechter der Gebänderten Heidelibelle weisen eine Zeichnung aus dunkelbraunen Bändern auf, die sich ungefähr in Höhe der Flügelmale (etwas nach innen versetzt) quer über alle vier Flügel ziehen. Sie sind dadurch unverwechselbar. Junge Männchen sowie die Weibchen haben ein gelbbraunes Abdomen und weißliche (bei alten Weibchen gelbbraune) Flügelmale. Beim reifen Männchen ist der Hinterleib rot, ebenso wie die Flügelmale; der Thorax ist braun. Die Beine sind komplett schwarz gefärbt.

Verbreitung

Innerhalb Deutschlands wurde die Gebänderte Heidelibelle bis in die 1970er-Jahre fast nur in Südbayern und im südwestlichen Baden-Württemberg beobachtet. Seither häufen sich allerdings Funde auch in Teilen Nord- und Ostdeutschlands, wobei Flussläufe wie die Elbe oder die Aller wichtige Ausbreitungslinien nach Nordwesten darstellen. Während sich die Art im Nord(ost)deutschen Tiefland in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet hat, war dies in Süddeutschland offenbar nicht der Fall.

Ökologie

Die Gebänderte Heidelibelle tritt ab dem Hochsommer auf (nördlich der Alpen etwa ab Mitte bis Ende Juli, ausnahmsweise schon Ende Juni); ihre Flugzeit erstreckt sich bis ungefähr Anfang Oktober. Häufig sind sie mit anderen Sympetrum-Arten vergesellschaftet, insbesondere mit der Großen, der Gemeinen, der Gefleckten und der Blutroten Heidelibelle.

Die Flügelzeichnung sorgt im Flug für einen optischen Effekt im Sinne eines Flimmerns und einer Auflösung der Konturen. Die niedrig fliegenden Tiere sind daher nur schwer zu erkennen, und auch die häufig ruhenden Individuen sind damit in der Vegetation überraschend gut getarnt. Gebänderte Heidelibellen sind untereinander und gegenüber anderen Libellenarten wenig aggressiv, werden aber ihrerseits häufig von anderen Großlibellen attackiert. Ihre Lebensdauer als metamorphosiertes Vollinsekt beträgt maximal etwa vier Wochen. Der Jungfernflug der am Gewässerufer oft kollektiv schlüpfenden Imagines endet in der Regel nach einigen Metern in der Vegetation der Umgebung. Nach ihrer Aushärtung suchen sie Reife- und Jagdhabitate auf, beispielsweise Wiesen, Hochstaudenfluren und Sümpfe. Die geschlechtsreifen Libellen kehren bald zum Gewässer zurück. Die Männchen besetzen dabei wohl Reviere, verteidigen diese aber nicht besonders „temperamentvoll“ gegen Konkurrenten. Der Kopulation geht die Bildung von libellentypischen „Tandems“ aus Männchen und Weibchen voraus, was auch bei der anschließenden Eiablage über dem Wasser meistens der Fall ist.

Die Eiablage wird immer wieder durch Pausen und erneute Kopulationen unterbrochen. Nach einer Überwinterung der Eier, die auch Austrocknungsphasen überstehen, schlüpfen die Larven im folgenden Frühjahr bis Frühsommer. Ihre weitere Entwicklung vollzieht sich in nur circa fünf bis acht Wochen, wobei sie elf Larvenstadien durchlaufen. Über ihre Lebensweise ist nichts bekannt; die Exuvien sind, anders als die anderer Heidelibellen, meistens schlammverkrustet.

Gefährdung

Die Gebänderte Heidelibelle gilt als relativ konkurrenzschwache Libelle und Pionierart. Intensive Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen an Gräben und in deren Umfeld können ihre Bestände erheblich beeinträchtigen, etwa alljährlich wiederholte Entkrautungen gleichzeitig auf großer Strecke sowie die radikale Mahd von Staudenfluren an Grabenböschungen. Andererseits verlieren aber auch zu stark verlandende Gewässer mit der Zeit an Attraktivität für diese Art.

Lebensraum

Die Gebänderte Heidelibelle besiedelt vor allem wärmebegünstigte Flusstäler mit eher seichten, mäßig verlandeten, submers teils verkrauteten, besonnten und windgeschützten Gewässern, etwa Entwässerungsgräben, Weiher in Kiesgruben, moorige Tümpel, Altwässer und Überflutungsbereiche.

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Kenndaten

Ordnung Odonata
Familie Libellulidae
Art Gebänderte Heidelibelle
Wiss. Sympetrum pedemontanum
Autor (O.F. Müller in Allioni, 1766)
Häufigkeit selten
Länge 2.8 - 3.5 cm
Spannweite 4.5 - 5.5 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

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Libellen in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/libellen/gebaenderte-heidelibelle/
Datum: 27.06.2017
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