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Silbergrüner Bläuling (Polyommatus coridon)

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Silbergrüner Bläuling (Polyommatus coridon)

Der Silbergrüne Bläuling (Polyommatus coridon) erreicht eine Flügelspannweite von 30 bis 35 Millimeter. Die Flügeloberseiten der Männchen sind hell silbrig- bis grünblau gefärbt, außen am Flügelrand sind sie dunkel. Das Blau kann je nach Vorkommen und Unterart unterschiedlich ausgebildet sein. Der Außenrand ist weiß mit dunklen Flecken gefranst. Die Weibchen kommen in zwei Farbvarianten vor. Bei der einen Variante sind die Flügeloberseiten dunkelbraun, am Ansatz nur wenig bläulich gestäubt und tragen entlang des Außenrandes, am Hinterflügel kräftiger, vorne nur schwach, eine Reihe von orangen, an der Außenseite schwarz gefärbte Flecke. Bei der anderen Variante sind die Flügeloberseiten intensiver blau gefärbt als bei den Männchen und besitzen vor dem Außenrand (Submarginalregion) eine braune Färbung.

Die Unterseite der Vorderflügel des Silbergrünen Bläulings ähnelt der des ansonsten durch die kräftig blau gefärbte Oberseite leicht unterscheidbaren Himmelblauen Bläulings (Polyommatus bellargus). Beim Männchen ist die Grundfarbe hell graubraun, beim Weibchen dunkelbraun. Die Flügelbasis schimmert schwach türkisblau. Die schwarzen Flecke auf den Unterseiten der Vorderflügel sind meist kräftig gefärbt. Etwa mittig auf der Unterseite der Hinterflügel befindet sich ein weißer Fleck, der zum Flügelaußenrand zu einem Spitz ausgezogen ist. Er zeigt auf einen weißen Längswisch, der zwischen den orangen, mehr oder weniger dreieckigen Flecken entlang des Außenrandes sitzt. Diese Flecke sind nach vorn fein schwarz gerandet, hinten sitzt jeweils ein schwarzer Punkt. Vom Eros-Bläuling (Polyommatus eros) unterscheidet sich die Art vor allem durch die Flügelunterseiten. Der spitz ausgezogene Fleck ist bei diesem mehr oder weniger deutlich dunkel gekernt und die schwarzen Flecke sind unterschiedlich verteilt.

Die Raupen erreichen eine Körperlänge von etwa 16 Millimetern. Sie haben eine grüne Grundfärbung und tragen beidseits des Rückens gelbe Fleckreihen, an den Seiten gelbe Längsstreifen und eine feine, helle Behaarung. Sie sehen den Raupen des Himmelblauen Bläulings sehr ähnlich, haben aber ein helleres Grün als Grundfarbe und undeutlicher ausgebildete gelbe Flecke.

Verbreitung

Verbreitung Polyommatus coridon

In Deutschland kommt der Silbergrüne Bläuling im südlichen Bergland und in den Alpen relativ häufig vor, im Norden ist sie selten. Die ehemals in Bereichen sehr häufige Art ist seit langem im Rückgang.

© Die Verbreitungskarte wurden im Rahmen des LepiDiv-Projektes erstellt und von der Gesellschaft für Schmetterlingsschutz zur Verfügung gestellt.


Ökologie

Die Falter des Silbergrünen Bläulings fliegen jährlich in einer Generation von Ende Juni bis August/September. Sie saugen Nektar vor allem von Oregano (Origanum vulgare). Fehlen diese Pflanzen, wird Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus) bevorzugt, man findet die Tiere aber auch an Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) und zumindest gelegentlich auch an den übrigen im Lebensraum vorhandenen Blüten. Hülsenfrüchtler spielen anders als bei anderen Bläulingsarten nur eine unbedeutende Rolle als Nektarpflanzen. Häufig findet man die Falter auch auf Kies, wo sie an feuchten Stellen saugen (Foto). Sie treten meist in größeren Gruppen auf. Abends sammeln sie sich, um an leicht erhöhten Standorten, wie beispielsweise an die Vegetation etwas überragenden Doldenblütlern kopfabwärts zu schlafen.

Die Weibchen legen ihre weißlichen Eier einzeln an der Basis der Stängel, den Blattachseln und nur selten an den Blättern der Raupennahrungspflanzen ab. Mitunter werden sie auch an nahe gelegenen Gräsern und Steinen abgelegt. Die Weibchen fliegen dabei flach über die Vegetation und landen etwas entfernt an einer unbewachsenen Stelle, um den Rest des Weges zum Eiablageplatz zu Fuß zurückzulegen. Die Vegetation wird dabei betrommelt, nach Berührung der Raupennahrungspflanzen wird der Hinterleib zur Eiablage gekrümmt. Nachdem einige Eier abgesetzt wurden, wird zwischenzeitlich Nektar gesogen. Die Eier überwintern, die Raupen schlüpfen erst im darauffolgenden Frühjahr. Die Raupen ernähren sich überwiegend von Gewöhnlichem Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), selten findet man sie auch an Bunter Kronwicke (Securigera varia) und Bärenschote (Astragalus glycyphyllos). Man kann sie von April bis Juni finden.

Die Raupen leben myrmekophil zusammen mit Ameisen. Symbiosen sind mit einigen Wegameisen- (Lasius) und Myrmica-Arten, mit Plagiolepis vindobonensis, mit der Gemeinen Rasenameise (Tetramorium caespitum) und mit der Roten Waldameise (Formica rufa) bekannt. Die Raupen sondern über Drüsen Lockstoffe aus, die die Ameisen anlocken. Auch sondern sie bei Berührung durch Ameisenfühler durch einen Spalt am Rücken des siebten Hinterleibssegmentes ein süßes Sekret ab, das die Ameisen fressen. Am achten Hinterleibssegment befinden sich zwei vorstülpbare Fortsätze, die am Ende einen Kranz aus Häkchen tragen. Diese beiden Organe werden besonders dann bewegt, wenn Ameisen in der Nähe sind und sollen sie vermutlich ebenso anlocken. Neben dem Schutz vor Fressfeinden bauen die Ameisen mitunter „Unterstände“ aus lockerem Erdreich für die Raupen, die auch Verbindungen zu nahen Ameisennester aufweisen können. Die dämmerungs- und nachtaktiven Raupen sitzen tagsüber in Gruppen im Geröll oder Moos unter den Nahrungspflanzen. Diese Pflanzen kann man dann an den vielen Ameisen auf den niedrig liegenden Trieben erkennen. Die Verpuppung erfolgt unter Steinen, die Puppe ist glatt und olivgrün.

Gefährdung

In Deutschland ist der Silbergrüne Bläuling vielerorts noch häufig zu finden, obwohl sein Lebensraum zunehmend zerstört wird. Da die Art, im Gegensatz zum deutlich sensibleren Himmelblauen Bläuling (Polyommatus bellargus), toleranter gegenüber Eingriffen ist und beispielsweise auch an Böschungen, Wegrändern und Bahndämmen vorkommt, ist ihr Bestand nicht gefährdet; die Art wird in der Roten Liste Deutschlands nicht geführt. Allerdings ist sie in mehreren nördlichen Bundesländern gefährdet, in Sachsen vom Aussterben bedroht.

Lebensraum

Die Tiere leben auf Trockenrasen und an anderen trockenen, sonnigen und temperaturbegünstigten, nur mit vereinzelten Büschen und kurzen Gräsern bewachsenen Bereichen, allerdings fast ausschließlich auf kalkhaltigen, alkalischen Böden.

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Kenndaten

Ordnung Lepidoptera
Familie Lycaenidae
Art Silbergrüner Bläuling
Wiss. Polyommatus coridon
Autor (Poda, 1761)
Rote Liste D -
Häufigkeit mittel
Spannweite 3 - 3.5 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

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Tagfalter in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/silbergruener-blaeuling/
Datum: 21.10.2017
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