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Staubwanze (Reduvius personatus)

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Staubwanze (Reduvius personatus)

Neben „Staubwanze“ wird diese Wanzenart auch „Maskierter Strolch“ oder „Kotwanze“ genannt; der Name rührt vom Tarnungsverhalten ihrer Larven her. Diese bedecken sich mit dem verfügbaren Substrat der Umgebung wie Staub und Sandkörner, bis sie darauf beinahe unsichtbar werden (Foto).

Erwachsene Staubwanzen sind goße, längliche und dunkle Wanzen ohne die Tarnung. Das erwachsene Tier erreicht Körpergrößen zwischen 15 und 19 Millimetern und ist einfarbig schwarz oder schwarzbraun gefärbt. Ihre Körperoberseite ist schwach glänzend. Die große, robuste Art ist im Körperumriss elliptisch geformt und stark behaart. Die Larven sind heller; ihr Hinterleib ist grau.

Verbreitung

Die Staubwanze ist wohl in ganz Deutschland verbreitet, wo sie verborgen als Kulturfolger in Gebäuden lebt.

Ökologie

Staubwanzen leben in alten Häusern, in Ställen und auf Dachböden ebenso wie auf Müllplätzen. In wärmeren Regionen kommt das Insekt außerdem im Freiland, beispielsweise in hohlen Bäumen, unter loser Borke oder in verlassenen Vogelnestern vor.

Die Tiere ernähren sich ausschließlich räuberisch von verschiedenen Gliederfüßern (Arthropoden), beispielsweise von Vorratsschädlingen oder von das Licht anfliegenden Insekten. Die Wanzen verfügen am Ende der Vorderschienen (Tibiae) über ein Haftpolster, eine als „Fossula spongiosa“ bezeichnete Struktur aus dicht stehenden Haaren zum Festhalten der Beute. Die Beute wird durch einen auch für den Menschen sehr schmerzhaften Stich rasch getötet und ausgesaugt. Sowohl die erwachsenen Tiere als auch die Larven sind in der Lage, längere Hungerperioden zu überstehen, wodurch sich jedoch die Entwicklung verzögert. Die Generationsdauer kann daher bis zu drei Jahre betragen mit zwei Überwinterungen der Larven.

Die Larven zeigen ein ausgeprägtes Maskierungsverhalten zum Schutz gegen Fressfeinde (Foto). Sie laden sich sofort nach jeder Häutung mit den Hinterbeinen Staub und andere Schmutzpartikel auf die Körperoberfläche und auf die Beine. Diese Partikel bleiben aufgrund klebriger Ausscheidungen spezieller Drüsenhaare haften. Die Fühler und die Tarsen bleiben dabei frei. So sind die Tiere zum einen getarnt, zum anderen schmecken sie möglichen Fressfeinden aufgrund des Schmutzes nicht.

Gefährdung

Die Art ist nicht gefährdet.

Unser Kommentar

Die Vorstellung mit einer Wanzenart in einem Haus zu wohnen mag für viele eine schlimme Vorstellung sein. Hier sollte man aber nicht in Panik verfallen. Staubwanzen sind nicht am Menschen interessiert und würden diesen nicht stechen, wenn sie nicht gefangen oder versehentlich berührt werden. Man sollte also nicht sofort zur Giftspritze greifen, das Tier eher mit einem Glas fangen und an einen anderen Ort bringen. Staubwanzen sind auf eine gewisse Art sogar nützlich, denn sie machen Jagd auf andere Insekten, die Schädlinge im Haus sind. Sogar die Bettwanze gehört zu ihren Beutetieren.

Lebensraum

Vorwiegend in alten Häusern, Ställen und sonstigen menschlichen Behausungen.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

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Kenndaten

Ordnung Heteroptera
Familie Reduviidae
Art Staubwanze
Wiss. Reduvius personatus
Autor (Linnaeus, 1758)
Rote Liste D -
Häufigkeit mittel
Länge 1.5 - 1.9 cm
Fauna heimisch

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

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Wanzen in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/wanzen/reduvius-personatus/
Datum: 21.07.2017
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