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Gemeiner Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus)

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Gemeiner Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus)

Der Gemeine Sonnenbarsch ist ein ungewöhnlich bunt geärbter und zugegebenerweise hübsch anzuschauener Neubürger in unseren Gewässern. Er ist auffällig hochrückig, mit großem Kopf und leicht oberständigem Mund.

Ein auffälliges Merkmal ist die "Ohrenklappe", eine Verlängerung der Kiemendeckel, welche dunkel ist und einen rötlich-orangen Punkt aufweist. Der Körper weisst normalerweise eine bläulich-olivbraune Marmorierung auf. Die Männchen zeigen zur Laichzeit ein charakteristisches farbenprächtiges Hochzeitskleid mit leuchtend bläulichen Farben. Weibchen und Jungtiere sind blasser gefärbt.

Sonnenbarsche werden bis zu 32 cm lang und können 8 Jahre alt werden.

Verbreitung

Der Gemeine Sonnenbarsch ist kein heimischer Fisch. Ursprünglich kommt er aus Nordamerika und wurde bei uns Ende des 19. Jahrhunderts als Aqurienfisch eingeschleppt. Auch heute noch wird er als Fisch für Gartenteiche angeboten.

In Deutschland kann er mittlerweile in vielen Regionen nachgewiesen werden, vorzugsweise im wärmeren Südwesten und rund um Ballungsräume (Städte). Noch ist die Verbreitung lückig.

Ökologie

Der Gemeine Sonnenbarsch lebt in einer Vielzahl unterschiedlicher Süßwasserlebensräume.

Er bevorzugt lichtdurchflutete Stillgewässer mit hohem Pflanzenwuchs, wo er aufgrund seines hohen Körperbaus gut zwischen den Pflanzenbeständen verweilen kann. Bezüglich der Nahrung ist er nicht sehr wählerisch, vorwiegend kleine Wirbellose, aber auch kleine Fische und pflanzliche Nahrung werden aufgenommen.

Sonnenbarsche laichen von April bis Juni und legen die Eier in ufernah angelegten Mulden ab, welche von den Männchen vorher angelegt wurden. Nach der Eiablage bewacht das männliche Tier das Gelege und fächelt den Eiern und frisch geschlüpften Larven frisches Wasser zu - die Art betreibt also deutliche Brutpflege. Erst nach dem Aufzehren der Dottersäcke leben die Jungfische selbständig.

Gefährdung

Der Gemeine Sonnenbarsch ist ein eingeschleppter Fisch in unseren Gewässern - ein Neozoon. Wie bei den meisten Neozoen wird auch die Anwesenheitz des Sonnenbarsches kritisch gesehen - er ist auf der Schwarzen Liste für Deutschland als "potenziell invasiv" geführt.

Ursprünglich illegal ausgesetzt, pflanzen sich Sonnenbarsche mittlerweile in vielen Gewässern erfolgreich fort.

Leider ist es mit den gängigen Methoden nicht mehr möglich, den Gemeinen Sonnenbarsch aus den Gewässern zu entfernen. Es bleibt daher nur noch abzuwarten, ob sich die Bestände weiter ausbreiten und möglicherweise zu Schäden (s.u.) in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt führen.

Unser Kommentar

Grundsätzlich besteht bei Neozoen die Gefahr, dass sie konkurrenzstärker als heimische Arten sind. Sei es, dass sie heimische Arten unmittelbar als Beutetiere dezimieren oder das sie deren ökologischen Nischen besetzen oder verändern und somit zu Bestandseinbusen der heimischen Arten führen. Davon können auch Pflanzenbestände in Gewässern betroffen sein oder die Wirbellosenwelt (Insekten), an die man möglicherweise zunächst nicht denkt. Ein weiterer Aspekt sind Krankheiten, welche durch solche Arten eingeschleppt werden.

Deshalb ist der Einsatz dieser Fremdarten kategorisch abzulehnen und übrigens auch illegal.

Lebensraum

Eine Vielzahl von Stillgewässern, sowie in langsam strömenden Fließgewässern. Auch Ästuare mit erhöhten Salzgehalten werden besiedelt.

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Kenndaten

Ordnung Centrarchiformes
Familie Centrarchidae
Art Gemeiner Sonnenbarsch
Wiss. Lepomis gibbosus
Autor (Linnaeus, 1758)
Rote Liste D -
Häufigkeit mittel
Länge bis 32 cm
Alter (max.) 8
Fauna gebietsfremd

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

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Süßwasserfische in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/suesswasserfische/gemeiner-sonnenbarsch/
Datum: 20.09.2017
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