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Trauermantel (Nymphalis antiopa)

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Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 55 bis 75 Millimetern. Die Oberseite ihrer Flügel ist überwiegend dunkelbraunviolett gefärbt. Der Rand ist cremefarbig bis hellgelb und leicht gezackt. Nach der Überwinterung verblasst der gelbe Rand und ist dann weiß. Hinter dem gelben Rand schließt ein schwarzer Rand der zahlreiche aneinandergereihte, blaue Flecken einschließt, an. Am Flügelvorderrand kann man an diesem dunklen Rand einen hellen Fleck und einen weiteren etwas weiter innen erkennen. Die Unterseite der Flügel ist überwiegend schwarz gefärbt, darüber hinaus findet sich nur der gelbe Rand, dessen Farbe deutlich blasser als auf der Oberseite ist. Die Flügelunterseiten sind ähnlich, wie die Oberseiten, jedoch unregelmäßig schmutzig gefärbt. Der dunkle Bereich weist helle Flecken auf, der helle Rand dunkle.

Die Raupen werden 50 bis 55 Millimeter lang. Sie sind schwarz gefärbt und weisen eine sehr feine, weiße Punktierung auf. Am Rücken tragen sie charakteristische rotorange Flecken. Darüber hinaus haben sie lange, schwarze Dornen und sind weiß behaart.

Verbreitung

Verbreitung Nymphalis antiopa

Der Trauermantel kann als Wanderfalter in allen Bundesländer angetroffen werden, ist jedoch nirgendwo häufig und in manchen Regionen auch nicht bodenständig.

Mit einer gewissen Regelmäßigkeit kann man ihn in höheren Lagen von Westdeutschland, z.B. Schwarzwald, Bayerischer Wald, Oberpfalz, sowie regional in Ostdeutschland (Thüringer Wald, Brandenburg rund um Berlin, sowie Sachsen und Sachsen-Anhalt) finden.

© Die Verbreitungskarte wurden im Rahmen des LepiDiv-Projektes erstellt und von der Gesellschaft für Schmetterlingsschutz zur Verfügung gestellt.


Ökologie

Die Trauermäntel saugen nur selten an Blüten, sondern überwiegend an Baumsäften und Fallobst. Nur im Frühjahr findet man sie oft an Weidenblüten. Sie sind Wanderfalter und breiten sich bereits direkt nach dem Schlupf aus. Die Überwinterung der Falter findet beispielsweise in Astlöchern und Mauerspalten statt. Trauermäntel fliegen in einer Generation ab Ende Juli und nach der Überwinterung bis Juni. Sie fliegen also, abgesehen von den Wintermonaten, das ganze Jahr über, bis auf eine Sommerpause zwischen Juni und Juli.

Die Raupen findet man dabei im Juni und Juli. Die Raupen ernähren sich vor allem von Birken wie z. B. Hänge-Birke (Betula pendula) und breitblättrigen Weiden wie z. B. Sal-Weide (Salix caprea) und auch von Ulmen (Ulmus).

Die Weibchen legen ihre Eier in Gruppen von 100 bis 200 Stück in dicken Ringen, die nicht geschlossen sind, an dünnen Zweigen der Futterpflanzen ab. Die daraus schlüpfenden Raupen leben gemeinschaftlich und fressen systematisch einen Zweig nach dem anderen ab. Nach der letzten Häutung leben sie dann in kleinen Gruppen jeweils auf verschiedenen Zweigen. Sind sie ausgewachsen, machen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Platz zur Verpuppung. Dabei legen sie mitunter große Wegstrecken zurück. Die Verpuppung findet an Felsen, Mauern und an Sträuchern in einer hellbraunen bis gräulichen Stürzpuppe statt. Viele Raupen werden durch Parasitoiden wie Schlupfwespen befallen und gehen dadurch zugrunde. Die Häufigkeitsschwankungen, in denen die Falter auftreten, begründen sich wahrscheinlich in der Stärke des Parasitenbefalls.

Gefährdung

Der Trauermantel scheint in Deutschland rückläufig zu sein und wird auf der Vorwarnliste der gefährdeten Tierarten aufgelistet. Die Ursachen hierfür sind nicht eindeutig ermittelt (vgl. www.trauermantel.de):

  • Natürliche zyklische Populationsschwankungen, z.B. durch klimatische Einflüsse, Fressfeinde oder Parasiten
  • Eine globale Klimaänderung, z.B. durch wärmere Winter und/oder regenreichere Sommer
  • Vermehrter Einsatz von Insektiziden, woduch die wichtige Nahrungsquelle "Fallobst" belastet wird
  • Zerstörung der Larvalhabitate, z.B. durch Begradigung und Säuberung von Waldsäumen, wobei u.a. Weiden und Birken entfernt werden
  • "Aufräumen" von Waldgebieten mit verbundener Entfernung von Überwinterungsmöglichkeiten, wie z.B. Holzstapeln oder Reisighaufen
  • Eine Epedemie bei der durch Krankheit Populationen vollständig erlöschen können

 

Unser Kommentar

Der Trauermantel ist ein gutes Beispiel dafür, vor welchen Problemen Biologen oft stehen, wenn sie Veränderungen in den Populationen von Tierarten sehen. Betrachtet man "nur" die bekannten Ansprüche der Art - also z.B. Nahrung der Falter und Futterpflanze der Raupen, so fällt einem nichts Außergewöhnliches auf: es sind Allerweltpflanzenarten, die man in fast jedem natürlichen Wald bzw. Waldrand oder an Flussufern findet. Auch die Habitate scheinen noch sehr häufig vorhanden zu sein.

Dennoch scheint irgendwas nicht zu passen, denn der Falter nimmt in den Beständen ab. Wie oft, scheint es die genaue, spezielle Kombination von bestimmten Allerweltsfaktoren zu sein, die dann eben doch nur selten auftritt. Auch Fachleute für die Gruppe können dann nur und auf weitere Forschungen warten, um eine Ursache für Bestandsrückgänge zu finden.

Trauermantel bevorzugen eher kontinentales Klima. Warme Winter und regenreiche Sommer, wie sie durch die Klimaerwärmung immer häufiger auftreten, könnten eine Ursache für die Rückgänge sein.

Lebensraum

Der Trauermantel ist flugfreudig und kann in vielen Biotopen gefunden werden: Laub- und Nadelwälder, Schluchten, entlang von Bach- und Flusstälern. Er ist eher als Art der lichten Wälder einzustufen und bevorzugt kühl-feuchte Lebensräume. Typischerweise wird er entlang von Waldwegen, Schneisen oder in kleinern Wiesentälern gesehen, weniger in großen geschlossenen Waldbeständen.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

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Kenndaten

Ordnung Lepidoptera
Familie Nymphalidae
Art Trauermantel
Wiss. Nymphalis antiopa
Autor (Linnaeus, 1758)
Rote Liste D V
Häufigkeit mittel
Spannweite 5.5 - 7.5 cm
Fauna heimisch

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

Download Artenliste

Tagfalter in Deutschland


Online: https://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/trauermantel/
Datum: 14.12.2018
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