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Schwach basische, klare Gewässer mit Glanzleuchteralgen-Rasen

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Schwach basische, klare Gewässer mit Glanzleuchteralgen-Rasen

Viele Armleuchteralgen (Glanzleuchteralgen gehören ebenfalls zu den Armleuchteralgen) sind Pionierpflanzen, d.h. sie sind in der Lage pflanzenfreie Stellen in Seen schnell zu besiedeln und breiten sich dort aus. Sie sind jedoch nicht sehr konkurrenzstark und können schnell von anderen Arten überwuchert und dadurch verdrängt werden. Oder aber sie besiedeln größere Tiefen als "normale" Gefäßpflanzen, wo sie aber dann besonders auf klares Wasser angewiesen sind, damit genügend Licht zu ihnen durchdringt, um noch Photosynthese treiben zu können.

Bei diesem Biotoptyp bevorzugt die Armleuchteralgengesellschaft darüber hinaus schwach basische, nährstoffarme Gewässer. Sie grenzt sich dadurch von anderen, stärker kalkhaltigen und/oder kurzlebigen Gesellschaften ab.

Die auf dem Foto mit kleinen kugeligen Köpfchen zu sehende Schirmförmige Glanzleuchteralge (Nitella tenuissima) ist eine typische Art dieses Biotoptypes. Weitere Arten der Gattung Nitella können auftreten, manchmal in dichten Einartbeständen.

Verbreitung

Besonders Nährstoffarmut ist bei Seen sehr selten anzutreffen, denn Stillgewässer neigen durch fehlenden Nährstoffaustrag dazu, Nährstoffe anzureichern. Es verwundert daher nicht, dass dieser Lebensraum nicht sehr häufig ist.

Natura 2000 Lebensraumtyp

Verbreitung

Dieser Biotoptyp ist ein europaweit besonders geschützter Lebensraum! Natura 2000 - Code: 3140

Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit Armleuchteralgen sind ein eigenständiger Lebensraumtyp, der auf Anhang I der FFH-Richtlinie gelistet ist. Bei der Verbreitungskarte wird jedoch nicht zwischen verschiedenen Typen von Armleuchteralgengesellschaften unterschieden, sie zeigt somit eine größere Verbreitung an, als es konkret bei diesem Biotoptyp der Fall ist.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2019: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN.


Libellen in diesem Lebensraum

Typische Arten

Blaugrüne Mosaikjungfer
(Aeshna cyanea)

Die häufigste große Libelle an Seen, Teichen, Tümpeln und manchmal sogar im Wald

Blutrote Heidelibelle
(Sympetrum sanguineum)

Knallrote Libelle an Tümpeln und Seen

Falkenlibelle
(Cordulia aenea)

Eine grünlich kupferfarbene Libelle die unaufhörlich an Ufern von Teichen patrolliert

Feuerlibelle
(Crocothemis erythraea)

Eine feurigrote Libelle aus südlichen Regionen

Frühe Adonislibelle
(Pyrrhosoma nymphula)

Feuerrote Kleinlibelle am Gartenteich

Große Königslibelle
(Anax imperator)

Eine große blaue Libellen an großen Seen

Große Pechlibelle
(Ischnura elegans)

Möglicherweise die häufigste Libellenart in Deutschland

Herbst-Mosaikjungfer
(Aeshna mixta)

Eine spät auftretende Großlibelle an Weihern mit Schilfgürtel

Kleine Königslibelle
(Anax parthenope)

Eine Großlibelle an großen Seen

Westliche Keiljungfer
(Gomphus pulchellus)

Eine gelbliche Großlibelle an sandigen Seeufern



Weitere Arten

Braune Mosaikjungfer
(Aeshna grandis)

Eine auffällige braune Großlibelle über Gewässern mit guter Schwimmblattvegetation

Fledermaus-Azurjungfer
(Coenagrion pulchellum)

Eine Azurjungfer an Teichen und Seen mit üppigem Wasserpflanzenbewuchs

Frühe Heidelibelle
(Sympetrum fonscolombii)

Wärmeliebender Zuwanderer aus dem Mittelmeergebiet

Früher Schilfjäger
(Brachytron pratense)

Eine mittelgroße Libelle mit Vorliebe für Schilfbestände

Gemeine Becherjungfer
(Enallagma cyathigerum)

Eine der häufgsten Kleinlibellen in Deutschland

Gemeine Binsenjungfer
(Lestes sponsa)

Eine bunte Libelle an binsenreichen Weihern

Gemeine Heidelibelle
(Sympetrum vulgatum)

Eine verbeitete Heidelibelle an Teichen und Tümpeln mit Pflanzen am Ufer

Gemeine Weidenjungfer
(Lestes viridis)

Eine Binsenjungfer mit ungewöhnlichem Eiablageplatz

Gemeine Winterlibelle
(Sympecma fusca)

Überwinterer in der heimischen Libellenfauna

Glänzende Smaragdlibelle
(Somatochlora metallica)

Rastloser metallisch-grüner Jäger an Weihern und Seen

Große Heidelibelle
(Sympetrum striolatum)

Die größte Heidelibelle in Deutschland

Hufeisen-Azurjungfer
(Coenagrion puella)

Eine unserer häufigsten Azurjungfern

Keilfleck-Mosaikjungfer
(Aeshna isoceles)

Wärmeliebende Großlibelle an Seen

Plattbauch
(Libellula depressa)

Eine auffällige blaue Großlibelle mit plattem Bauch

Südliche Mosaikjungfer
(Aeshna affinis)

Großlibelle aus südlichen Regionen

Vierfleck
(Libellula quadrimaculata)

Die Großlibelle mit den namensgebenden Flügelflecken


Amphibien & Reptilien in diesem Lebensraum

Süßwasserfische in diesem Lebensraum

Säugetiere in diesem Lebensraum

Referenzlisten:

Natura2000: Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen

EUNIS 2021/22: European Nature Information System (EUNIS; deutsch Europäisches Naturinformationssystem). EUNIS marine habitat classification (Updated version March 2022), EUNIS terrestrial classification (Updated 2021)

EuroVegChecklist: Bergmeier E. (2020) & Mucina et al. (2016)

Bergmeier E. (2020): Die Vegetation Deutschlands – eine vergleichende Übersicht der Klassen, Ordnungen und Verbände auf Grundlage der EuroVegChecklist. Tuexenia 40: 19–32.

Mucina L., H. Bültmann, K. Dierßen, J.-P. Theurillat, T. Raus, A. C arni, K. Š umberová, W. Willner, J. Dengler, R. Gavilán García, M. Chytrý, M. Hájek, R. Di Pietro, D. Iakushenko, J. Pallas, F.J.A. Daniëls, E. Bergmeier, A. Santos Guerra, N. Ermakov, M. Valachovic , J.H.J. Schaminée, T. Lysenko, Y.P. Didukh, S. Pignatti, J.S. Rodwell, J. Capelo, H.E. Weber, A. Solomeshch, P. Dimopoulos, C. Aguiar, S.M. Hennekens & L. Tichý (2016): Vegetation of Europe: hierarchical floristic classification system of vascular plant, bryophyte, lichen, and algal communities. Applied Vegetation Science, Vol. 19, Supplement 1: 1-264.

Ellenberg, H. & Leuschner, C. (2010): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen, 6. Aufl., Stuttgart: 1357 S.

Delarze R., Gonseth Y., Eggenberg S., Vust M. (2015): Lebensräume der Schweiz. Ökologie - Gefährdung - Kennarten. 3. Auflage 2015. 456 Seiten.

Finck, P., Heinze, S., Raths, U., Riecken, U., Ssymank, A. (2017): Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands – dritte fortgeschriebene Fassung 2017. Naturschutz und Biologische Vielfalt 156, 460 S.

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Referenzlisten

Bezüge zu anderen Listen:
Ellenberg & Leuschner (2010) 1.9.1.2
Finck et al. (2017) 24.02
EUNIS 2021/22
EuroVeg-Checklist 3UA02B
Delarze et al. (2015) 1.1.1.
Natura 2000 3140
Häufigkeit selten

Höhenverbreitung


Online: https://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/suesswasser/schwach-basische-klare-gewaesser-mit-glanzleuchteralgen-rasen/
Datum: 14.04.2024
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